Aktuell — Nein zu den ICE Abzweigen Geistal und Niederaula

ICE Strecke KS – FD Hattenbachbrücke Copyright W Köhler

Pressemitteilung        keine Abzweige an der ICE Strecke Kassel Fulda

29.4.2016

 

Die geplante Bahntrasse durch das Geistal findet auch bei den Grünen in Niederaula keinen Anklang. Es ist zwar eine urgrüne Forderung das Bahnfahren attraktiver zu machen, den Gütertransport auf die Schiene zu verlagern und den Individualverkehr zu reduzieren. Jedoch mit der Schonung von Mensch und Umwelt hat die vorgeschlagene Trasse nichts zu tun, sie erinnert vielmehr an ein „Stuttgart 21“ in Osthessen.

Zu Recht laufen die Bürgerinnen und Bürger Sturm gegen einen auf dem Schreibtisch entworfenen Plan, der Natur und Menschen unberücksichtigt lässt, in der Hoffnung, hier in dieser schwach bevölkerten Region wird der Widerstand schon erträglich sein. Zudem ist die Alternativstrecke, die Tangente Niederaula – Bad Hersfeld keineswegs vom Tisch, wie durch einen Anruf im Ministerium zu erfahren war. Der Verdacht kommt auf, dass die Geistal- Trassenführung ein „Ablenkungsmanöver“ für die „Niederaulaer-Hersfeld-Variante“ sein könnte, wobei diese Trassenführung durch den möglichen ICE-Halt in Bad Hersfeld noch schmackhafter wäre.

Die „Niederaulaer Variante“ war und ist für die hiesigen Grünen nicht akzeptabel. Das Fuldatal zwischen Schlitz und Bad Hersfeld ist nicht nur FFH- und Naturschutzgebiet dessen Bedeutung durch die Schaffung von Überflutungsflächen, sogenannten Retentionsflächen ständig gewachsen ist. Es bildet auch einen Hochwasserschutz für die Marktgemeinde und Orte bis Bad Hersfeld. Eine aufwändige Stelzenbauweise der abführenden Tangente im Überschwemmungsgebiet würde nicht nur die gerade wieder angesiedelten Störche vertreiben.

Die bauliche „Verschandelung“ durch das Stelzenbauwerk und der davon ausgehende Lärm wären ein weiteres Manko dieses Vorhabens. Fahrzeuge, aller Art verursachen auf Brückenbauwerken Lärm, der sich glockenförmig in alle Richtungen ausbreitet. Der „Stelzenabzweig“ und die Bahnstrecke bis Hersfeld müssten demnach eine relative hohe beidseitige Lärmschutzwand bekommen.

Die bisherige Lärmbelastung durch die Autobahnen, die ICE Strecke KS- FD und durch die Fahrzeuge auf der B62 und B 454 sind für die Marktgemeinde schon oft grenzwertig, besonders wenn die Bundesstraßen als Stauumgehung herhalten müssen.

Anstelle der Tangenten durch das Geis – und Fuldatal könnten die bestehende Bahnstrecken von Kassel nach Bebra und bzw. Eisennach ertüchtigt, bzw. ausgebaut werden um den ICE –und Güterverkehr von Norden kommend nach Thüringen aufzunehmen. Bereits im Zuge des Ausbaus der bestehenden ICE Strecke wurden Pläne entwickelt, die den Ausbau der Strecke im Haune- und Fuldatal vorsieht mit der Untertunnelung der Ortschaften. Dies würde durch eine Optimierung der Streckenführung sogar einem zusätzlichen Zeitgewinn auf der Strecke bedeuten und Bad Hersfeld würde den ICE-Halt behalten. Dass bei diesen bestehenden Strecken auch der Schallschutz geschaffen oder ausgebaut wird. wobei bei diesbezüglicher Planung die betroffene Bevölkerung einzubeziehen wäre, bleibt zu hoffen.

Wir können, wie viele Organisationen nur an die Verantwortlichen appellieren von diesen Tangenten abzulassen. Wichtig ist und bleibt, dass bei solchen Planungen JEDER seinen persönlichen Unmut ausdrückt und eine entsprechende Eingabe macht. Bekannterweise zählen nur die Einwände Betroffener und der sogenannten „Träger öffentlicher Belange“ bei Planungsvorhaben. So hoffen wir, dass sehr viele Menschen ihren Einspruch bis zum 2. Mai auch abgeschickt haben.